Raum zum Sein

Mein eigener Tanz

Hier geht es um die Zwiesprache zwischen Materie und Nichts, zwischen Form und Nichtform, ein Spiel zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Ein Spiel zwischen fassbaren und unfassbaren Energien. Die Einladung zum Spiel mit den unsichtbaren Ebenen. Die Einladung an sich selbst, sich überraschen zu lassen. Die Einladung an das Annehmen, was entstehen mag. Hier steht der Anspruch ans Fliessen lassen. Sich selbst sein im Fluss der Energien, die wir sehen und die wir eben auch nicht sehen.

Manchmal gelingen Bewegungsformen für unser ästhetisches Auge und manchmal scheint etwas zu misslingen. Auch da darf Raum gegeben werden für das scheinbar Unvollkommene. Vielleicht ist dies nur Spiel, vielleicht Humor aus anderer Ebene.

 

Nachfolgend ein Fühlen des Tanzens in Worten gefasst:

 

Tänzerin, spiele mit der Materie.

Bist Du Meisterin über Deinen Schleier,

oder spielt der Schleier mit Dir?

Du führst den Schleier, gibst ihm Form –

aber auch der Schleier hat seine Seele

und mag mit Dir spielen.

Lass ihm seine Seele,

lass ihn sich ausdrücken.

Er hat sich auf das Spiel mit Dir eingelassen.

                      *

Wehende Schleier im Raum.

Raum erfüllt von leichter Bewegung,

begleitet von duftigem Schleier,

halbverdeckt,

fast unsichtbar,  

bald als Schein entstehend

dann wahrlich stehend

Raum füllend,

Raum erfüllend,

Raum beschlagnahmend

und wieder zurückschwebend in ein Häufchen Nichts

Raum leer gefegt!

Raum…

um alsbald wieder sich aufbauend,

auftürmend

den Raum erfüllend,

Raum kleidend

sich in seiner Pracht zu zeigen.

Was zeigt sich in seiner Pracht?

Der Raum? Die Tänzerin? Der Schleier?

Die Bewegung? Der entstandene Wind?

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Ariane, Februar 2015